SAP Geschäftspartner

SAP S/4HANA – Dein Weg zum SAP Geschäftspartner / die Customer Vendor Integration.

S/4HANA ist da! Ein Teil dieser großen Systemumstellung ist die Customer Vendor Integration (CVI) oder in Deutsch: die Einführung des SAP Geschäftspartners. Kreditoren und Debitoren werden zukünftig nicht mehr in der heutigen Form unterschieden. Sie werden zukünfitg als zentraler Geschäftspartner betrachtet. Im S/4HANA Umfeld gibt es keinen Ersatz zum Geschäftspartner. So ist es also eine notwendige Maßnahme Debitoren und Kreditoren vor der Systemmigration zu  Geschäftspartnern zu überführen.

Hintergrund:

Stellen wir uns vor, wir haben einen Lieferanten. Dieser liefert uns beispielsweise Leder, so dass wir Schuhe produzieren können. Nach einigen Jahren stellt er fest, dass unsere Schuhe genau in sein Konzept für die Ausrüstung seiner Mitarbeiter*innen passt. Da wir auch schon eine längere Zeit „Geschäftspartner“ sind bestellt er diese Schuhe tatsächlich bei uns. Nun legen wir einen Debitor an – mit den gleichen Daten wie denen des Kreditors. Im Laufe der Bestellungen merken wir, dass er auch an weiteren Produkten interessiert ist – also legen wir einen neuen Interessenten an. Nach gewisser Zeit ändert sich die Anschrift, dieses Geschäftspartners… Was ich damit sagen möchte ist, dass wir für selbige Personen/Organisationen/Gruppen mehrere Datensätze haben, die zu einem großen Teil redundanten Daten haben.

Diese Redundanz möchte die SAP mit der Einführung des zentralen SAP Geschäftspartners reduzieren. Und was genau die Einführung des zentralen Geschäftsartner in euren Systemen bedeutet, werde ich in diesem Blog-Beitrag genauer erläutern.

 

Nützliche Informationen vorab:

Einige spannenden Informationen möchte ich an dieser Stelle zusammenfassen:

  • Kein S/4HANA ohne CVI möglich.
  • Die üblichen Tabellen (LFA1, KNA1, …) bleiben erhalten. Programme, die mit Informationen aus diesen Tabellen arbeiten, können weiter betrieben werden.
  • Es kommen zusätzliche Tabellen hinzu.
  • In der mächtigen BP-Transaktion kannst du Stammdaten für Geschäftspartner, Kunden und Lieferanten zentral erstellen, bearbeiten, anzeigen und löschen.

Und wie sieht es für den Anwender aktuell und zukünftig aus? Darauf gehe ich im nächsten Kapitel ein, bevor es dann an die Details der Umstellung geht.

 

Die technischen Änderungen beim SAP Geschäftspartner

Technisch sieht es für den Anwender der klassischen Stammdatenpflege für Kreditoren und Debitoren vor der CVI so aus:

 

SAP Geschäftspartner

Das ist dir sicherlich bekannt. Um die Daten eines Kreditors/Debitors pflegen/anzeigen/erstellen/löschen zu können, muss der Anwender eine bestimmte Transaktion auswählen, welche dann auf die jeweiligen Stammdatentabellen verweist.

Nach der CVI sieht es dann etwas anders aus, und zwar wie folgt:

 

SAP Geschäftspartner

Mit der Transaktion BP lassen sich sämtliche Daten des Geschäftspartners pflegen.Zusätzliche Tabellen, die Beispielsweise die Verlinkungen zwischen den Geschäftspartnern und den Kreditoren/Debitoren darstellen (CVI_CUST_LINK und CVI_VEND_LINK) haben ich aus Gründen der Übersichtlichkeit in den obenstehenden Grafiken ausgelassen.

Nun möchte ich euch zeigen, wie man den Standard des R3-Systems in den S/4HANA Standard überführt.

 

Vorbereitungen zum SAP Geschäftspartner

Die SAP empfiehlt vor der eigentlichen Integration der Stammdaten aller Kreditoren und Debitoren zum SAP Geschäftspartner einige Schritte. Diese sind:

  • Einspielen diverser SAP-Notes durch die SAP-Basis, die den Businesspartner sowie Funktionen und Pre-Checks zur Integration bereitstellen.
  • Archivieren inaktiver und nicht mehr benötigter Kreditoren/Debitoren.
  • Identifizieren der sogenannten „Golden Records“, also diejenigen kreditorischen/debitorischen Objekte, die zur gleichen Person/Organisation/Gruppe gehören und somit redundante Daten enthalten.
  • Stammdaten vorbereiten (Mit der Integration des Geschäftspartners werden zusätzliche Feldüberprüfungen eingeführt, die bei der Integration zu Fehlern führen können).
  • Datenqualität steigern (um eine gute initiale Synchronisation zu ermöglichen).
  • Festlegen von Nummernkreisen und der Nummernvergabe.
  • Generelles Customizing (Überprüfung mittels CVI_FS_CHECK_CUST – SAP Hinweis 1623677).
  • Bestimmung der Feldmodifikation.
  • Erstellen der GP-Rollen (Standard/Kundenspezifisch).
  • Aktivierung der Funktionsbausteine zum Abmischen von Geschäftspartnerdaten und Geschäftspartnerbeziehungen.
  • Erstellung von Nachbearbeitungsaufträgen aktivieren (Um Fehler bei der initialen Synchronisation im Nachgang bearbeiten zu können).
  • Berücksichtigung der NON-SAP-Systeme.
  • Synchronisationsrichtungen bestimmen.

 

Synchronisation

Es gibt zwei Phasen der Synchronisation:

  • Die initiale Massensynchronisation vor der aktiven Nutzung des Geschäftspartners.
  • Die fortlaufende Synchronisation nach der Massensynchronisation. Diese beiden Phasen werde ich im Folgenden genauer beschreiben.

 

SAP Geschäftspartner – Die initiale Massensynchronisation (die eigentliche CVI)

In dieser Phase ist die Synchronisationsrichtung von Kreditoren/Debitoren hin zum Geschäftspartner geöffnet. Damit kann aus eben diesen neue Geschäftspartner entstehen können. Wie der Name schon vermuten lässt, geht es hierbei um die anfängliche Überführung aller Debitoren und Kreditoren zu den Geschäftspartnern.

Diese Synchronisation wird in der Transaktion MDS_LOAD_COCKPIT durchgeführt. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass die Parametrisierung richtig eingestellt wird, sodass nur diejenigen Objekte transferiert werden, die auch gewünscht sind (keine Löschvermerk-Objekte, auslassen bestimmter Bereiche, Berücksichtigung der Golden Records, …).

Bei der Massensynchronisation können sich Fehler ergeben, die mangelnder Datenqualität oder unzureichendem Customizing zuzuschreiben sind. Diese führen zu PPO-Aufträgen (Postprocessing Office), wenn das Schreiben hierfür aktiviert wurde. So lassen sich Daten oder Customizing direkt bearbeiten.

Nach der Massensynchronisation muss geprüft werden, ob und wie alle Kreditoren und Debitoren überführt wurden. Hierfür stellt die SAP den PRECHECK_UPGRADATION_REPORT zur Verfügung.

 

SAP Geschäftspartner – Fortlaufende Synchronisation

Nach der erfolgreichen Überführung sämtlicher Kreditoren und Debitoren wird der Geschäftspartner zum führenden Objekt gemacht. Sobald ein Geschäftspartner geändert wird, müssen die Kreditoren und Debitoren auch automatisiert geändert werden. Deshalb ist in dieser Phase die Synchronisationsrichtung umgekehrt. Zusätzlich muss bei der Anlage neuer Geschäftspartner ein entsprechender Debitor/Kreditor angelegt werden. Hierbei ist auf die Auswahl der Nummernkreise sowie auf die richtige Zuordnung der Rollen aus dem Kreditor/Debitor zu denen im Geschäftspartner zu achten.

 

Ich hoffe, ihr seid nun ein Schritt näher an die Customer Vendor Integration gekommen. Falls noch Fragen offen sind, wendet euch gerne an uns. Wir sind für euch da!

 

Hast du noch Fragen?
Nutze gerne unsere Kommentarfunktion oder schreibt mir direkt an henning.gerdes@acando.de


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Über den Autor

Henning Gerdes

Henning ist ein erprobter Consultant. Er ist stetig auf der Suche nach neuen Themen im SAP Umfeld und dabei kommunikativ. Schreibt ihn gerne an, er wird sich freuen!

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